Orts-Chronik

Wissenswertes rund um Habkirchen.



ca. 800 - 600 v. Chr.

Keltische Besiedelung. Der Fund von mehreren Gräbern aus der Hallstattzeit belegt eine frühe Besiedlung des Ortes.

 

1. - 4. Jh. n. Chr.

Römische Besiedlung. Archäologische Funde im Bereich Matzenberg, Im Eck und auf dem Villersberg deuten darauf hin, dass auch Habkirchen in der Römerzeit stark besiedelt war.

 

5. – 8. Jh.

Fränkische Besiedlung, Merowingerzeit.

 

um 635

Kirchengründung. Die Pfarrkirche St. Martin wurde vermutlich durch den Metzer Bischof Goericus (genannt Abbo, + 643) gegründet. Habkirchen war Mutterkirchen für ursprünglich ca. 20 Siedlungen.

 

07.08.819

Urkundliche Ersterwähnung von Habkirchen. Kaiser Ludwig der Fromme gibt dem Kloster Hornbach Güter in Göllheim und in Habkirchen (Apponis ecclesia= Kirche des Abbo) im Bliesgau wieder zurück.

 

18.12.833

Kaiser Lothar I. bestätigt die Urkunde seines Vaters von 07.08.819.

 

28.06.888

Königsgut. König Arnulf schenkt dem Edlen Folkwin 6 Hufen in einigen Dörfern im Bliesgau in der Grafschaft des Erenfrid, darunter auch eine Hufe in Habkirchen.

 

25.05.1046

Habkirchen ist Sitz der Bliesgaugrafen. König Heinrich III. schenkt dem Stift St. Arnual das Dorf Sarbrucka in der Grafschaft Happinhacha [comitatus Happinhacha] im Gau Rosselgauwe.

 

12. Jh.

Errichtung des heute noch vorhandenen Kirchenturms

 

um 1223

Ersterwähnung der Ritterfamilie „Schade von Habkirchen“. Sie waren Dienstmannen auf den umliegenden Burgen, allen voran in der Burg Blieskastel. Letzmalig 1477 genannt.

 

1239

Ersterwähnung des Ortes Mandelbach. Der Ort wird bis 1791 mit Habkirchen verschmolzen.

 

19.03.1312

Patronatsrecht an der Pfarrkirche St. Martin geht an das Deutschordensspital in Metz. Habkirchen bleibt 494 Jahre lang bis 1809 Ordenspfarrei.

 

1349

Gotischer Umbau der Pfarrrkirche St. Martin

Kreuzgratgewölbe, Sakramentsnische, Spitzbogenfenster stammen aus dieser Zeit

 

28.07.1421

Ältestes überliefertes Hochgerichtsweistum Das Gericht tagte auf dem heutigen Hunackerhof.

 

1525

Bauernkrieg. An den Aufständen beteiligen sich auch 16 Habkircher Bürger. 13 von ihnen beteiligten sich an der Schlacht von Zabern (Saverne, Elsaß), 9 fanden dort ihren Tod.

 

1548

Graf von Nassau-Saarbrücken besitzt Reben in Habkirchen und bestellt einen Rebmann.

 

1559

Die Mandelbacher Mühle wird von den Freiherren von der Leyen erworben und ab 1560 wieder aufgebaut. Erster bekannter Erbpächter war 1668 Lucas Sonntag.

 

1618 - 1648

Dreißigjähriger Krieg. Auch Habkirchen und Mandelbach werden stark in Mitleidenschaft gezogen. Vor dem Krieg gab es in beiden Orten zusammen 25 Haushaltungen (Höfe). Bei einer Personenzählung 1627 wurden noch 5 Personen gezählt. 1659 werden 10 Haushaltungen gezählt.

 

1660 - 1661

Habkirchen wird leyisch. Kurfürst Karl Kaspar von der Leyen kauft nach und nach alle Rechte und Güter der Umgebung auf, bildet daraus die Herrschaft Blieskastel und überträgt sie seinen Verwandten.

Habkirchen mit damals 17 Haushaltungen und war bis 1793 Sitz einer Meierei.

 

1664

Errichtung des heute noch vorhanden Bildstocks (Kreuzwegstation?) in der Zweibrücker Straße.

 

1685 - 1697

Infolge der Reunionskriege gehört Habkirchen zur Französischen Saarprovinz.

 

1718

In Habkirchen wird eine Zollstelle mit Salzamt der Herrschaft Blieskastel eingerichtet.

 

1733

Schule. Seit 1694 werden Schullehrer in Habkirchen genannt. Ein Schulhaus ist aber nicht nachweisbar. 1733 errichtet Nicolaus Holzcamp ein Wohnhaus, in dem auch ein Schulsaal untergebracht war.

 

1737

Ablassbulle für das Annafest, ausgestellt von Papst Clemens XII. Die Annen-Wallfahrt erlebte dadurch einen Aufschwung. Annatag am 26.Juli und Annamarkt wurde bis 1939 drei Tage lang abgehalten.

 

1751 - 1768

Umbau der Pfarrkirche, Errichtung des barocken Kirchenschiffs

 

1762

Einweihung der neuen Pfarrkirche durch den Bischof von Metz, L. J. De Montmorency – Laval

 

1760 - 1761

Bau der Bliesbrücke zwischen Frauenberg und Habkirchen durch die Herrschaft Blieskastel (von der Leyen) und das Herzogtum Lothringen. Die Habkircher Bürger müssen Frondienste leisten.

 

1781

Grenzvertrag zwischen der Herrschaft Blieskastel und dem Königreich Frankreich. Seit dieser Zeit verläuft die gemeinsame Grenze nicht in Flussmitte der Blies, sondern auf dem deutschen Ufer.

 

1792

Französische Revolutionstruppen besetzten 1793 auch die Herrschaft Blieskastel. Habkirchen wird in der Folge dem Kanton Blieskastel im Departement Sarre als Teil Frankreichs einverleibt.

 

1812

Bau eines ersten Schulhauses, heute „Altes Schulhaus“ genannt, in der Prälat-Roth-Str. 20-21.

 

1816

Habkirchen wird bayerisch. Als ein Ergebnis eines Vertrages zwischen Österreich und Bayern vom 14.04.1816 kommt Habkirchen zum Königreich Bayern. Kanton Blieskastel, Landkommisariat Zweibrücken im bayerischen Rheinkreis, 1837 in „Pfalz“ umbenannt, auch Rheinpfalz genannt.

 

1818 - 1871

Königlich Bayerisches Nebenzollamt 1. Klasse an der alten Bliesbrücke. Im Zollamtsgebäude befinden sich Dienstwohnungen und das Dienstlokal. Später wurde noch eine Abfertigungshalle angebaut.

 

1832

Hambacher Fest Auswanderung nach Amerika

Bis 1902 wandern ca. 65 Personen aus Habkirchen nach Amerika aus.

 

1842

Staatliche Postkutschenlinie Zweibrücken - Sarreguemines

 

07.04.1848

Karl Marx, Friedrich Engels und Ernst Dronke passierten in Habkirchen die Grenze.

 

04.06.1849

„Pfälzer Revolution“ Angriff revolutionärer Freischaren auf die Gendarmerie in Habkirchen.

Der Aufstand wurde im Juni 1849 von preußischen Truppen niedergeschlagen.

 

1870 - 1871

Deutsch-Französischer Krieg 19.07.1870-10.05.1871. Kleinere Scharmützel an der Bliesbrücke. Große Teile der deutschen 2. Armee ziehen bis zum 12.08. über die Bliesbrücke nach Frankreich, insgesamt ca. 60.000 Mann. Der sächsische Kronprinz Georg übernachtet am 09.08.1870 im Haus des Maschinenfabrikanten Theobald.

 

1870 - 1908

Postomnibusverbindung Blieskastel-Habkirchen (Pferdeomnibus)

 

1876

Leon Jaunez, ein Direktor der Fyancerie Sarreguemines, errichtet in Habkirchen (Zweibrücker Str. 3) einen Sommerwohnsitz mit Nebengebäuden und Park, umgangssprachlich als „Villa“ bezeichnet.

 

1914

Wasserversorgung der Gemeinde Habkirchen

 

1885

Eröffnung einer Königlich Bayerischen Postepedition in Habkirchen im Gasthaus „Zur Post“ .

 

1887

Bau eines neuen Schulhauses. Das Gebäude wurd 1911 aufgestockt. Nach dem Ende des Schulbetriebes 19?? wurde hier das Dorfgemeinschafshaus eingerichtet.

 

1912

Errichtung eines Elektrizitätswerkes und einer Kunstmühle auf dem Frauenberger linken Bliesufer bei Habkirchen durch die Fa. Utzschneider aus Sarreguemines.

 

1914 - 1918

Im 1. Weltkrieg hat der Ort 29 Opfer zu beklagen. In Erinnerung an die Gefallenen wurde 1926 ein Denkmal auf dem neuen Friedhof errichtet.

 

10.01.1920 – 01.03.1935

Im Versailler Vertrag wurde das Saargebiet für 15 Jahre als Mandatsgebiet dem Völkerbund übertragen. Danach sollte ein Volksentscheid über seine staatliche Zugehörigkeit entscheiden.

 

1922

Habkirchen wird an Elektrizitätsversorgung der SLE (1930 umbenannt in VSE) angeschlossen.

 

13.01.1935

Saarabstimmung. Die Mehrheit der Menschen im Saargebiet entscheidet sich für die „Rückkehr ins Reich“. Abstimmungsergebnis für das gesamte Saargebiet:

 

Status quo: 8,87 % Vereinigung mit Frankreich 0,40 % Vereinigung mit Deutschland 90,73 %

 

07.09.1939 - 08.1940

Evakuierung. Rote Zone (von der Reichsgrenze bis zum Westwall). Die Einwohner von Habkirchen werden vorwiegend in Thüringen bei Privatleuten untergebracht.

 

1939 - 1945

2. Weltkrieg. Von Dez. 1944 bis März 1945 ist Habkirchen direktes Frontgebiet und steht unter dauerndem Beschuss. Die Bevölkerung lebt größtenteils in den Hauskellern. Heftige Kämpfe vor allem an der Bliesbrücke fordern hohe Verluste auf beiden Seiten. Bilanz des Krieges: ?? gefallene/vermisste Soldaten, ?? getötete Zivilisten, 80 % der Häuser im Ort sind zerstört.

 

18.05.1945

Amerikanische und französische Besatzungszone bis August 1946

 

1948

Wiedereinweihung der Pfarrkirche. Bis 1950 wurde der Turm um ca. 6 m erhöht.

 

1948 - 1951

Wiederaufbau der Annakapelle in veränderter Form im alten Barockstil.

 

1947 - 1957

Das Saarland ist quasi selbstständig.

 

23.10.1955

Volksbefragung. 63,1 % der Habkircher entscheiden sich für den Anschluss an die Bundesrepublik.

 

1956

Errichtung des Campingplatzes mit Gaststätte durch Johannes Petry.

 

1954 - 1955

Bau des Schwesternhauses durch den Elisabethenverein mit Sozialstation und Kindergarten. Besetzt mit 3 Hildegardisschwestern. Der Kindergarten mit 2 Gruppen besteht bis heute.

 

1962 - 1965

Bau der Umgehungsstraße B 423, der neuen Bliesbrücke und einer neuen Grenzübergangsstelle.

 

Die Zollstelle an der „Alten Brücke“ wird aufgelöst und nur noch für den Fußgängerverkehr genutzt.

 

????

Bau des Feuerwehrgerätehaus … Renoviert und erweitert. Wasserrettung seit ….

 

1971

Bau der Aussegnungshalle am Friedhof

 

01.01.1974

Gebiets- und Verwaltungsreform. Habkirchen wird einer von 8 Ortsteilen der neuen Gemeinde Mandelbachtal im Saarpfalz-Kreis.

 

1989

Goldmedaille im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ auf Bundesebene.

 

01.01.1993

Aufhebung der Zollgrenzen innerhalb der EU. 275 Jahre Zollgeschichte in Habkirchen gehen zu Ende.

 

1993

Eröffnung des Zollmuseum

 

2009

Anerkennung des Biosphärenreservates Bliesgau durch die UNESCO. Dazu gehört auch Habkirchen.

 

2019

Habkirchen feiert sein 1200-jähriges Bestehen